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| Gegen Krieg und Krise! - Raus gegen die NATO-Kriegskonferenz 2010! |
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| Montag, 18. Januar 2010 um 19:55 Uhr |
Gegen Krieg und Krise! Raus gegen die NATO-Kriegskonferenz 2010!
Aufruf zum Internationalistischen Block
06.02. 2010: Bundeswehr und NATO-Truppen raus aus Afghanistan, raus aus Somalia und aus allen Ländern, wo sie sonst ihr Unwesen treiben! Schluss mit militärischer und zivil-militärischer „Konfliktprävention“, Migrationskontrolle und Aufstandsbekämpfung nach „innen“ und „außen“! Bundeswehr, NATO, EU-Interventionstruppen und alle Militär- und Repressionsapparate gehören aufgelöst! Kriegsgerät gehört verschrottet, und wenn wir dafür selbst Hand anlegen müssen! Wir rufen auf zu Widerstand gegen Militarisierung und Krieg – bei der SIKO, aber auch an Militärstandorten, Rüstungsproduktionsstätten und Rekrutierungsorten der Bundeswehr, wie Schulen, Unis und Arbeitsämtern! Kapitalismus produziert immer Armut, Ausschluß und Krisen und lässt sich nur mit Repression und Krieg aufrechterhalten. Darum ist der internationalistische Kampf um die Befreiung von kapitalistischer Ausbeutung die beste Antikriegsbewegung! Krieg und Krise – zwei Seiten kapitalistischer Herrschaft
Im Kontext der Krise nimmt auch die globale Konkurrenz um knapper werdende Ressourcen und Absatzmärkte zu und damit die Militarisierung der Weltpolitik, die die westlichen Staaten mit Hilfe ihrer Armeen und der NATO vorantreiben. Die weltweite Sicherung von Energiezufuhr, Märkten und Rohstofflieferungen werden sowohl in den verteidigungspolitischen Richtlinien der Bundeswehr als auch in den Strategiepapieren der NATO explizit als Kriegsgründe benannt. Somalia: „Piratenjagd“ auf den Transportwegen der globalen Warenzirkulation Bundeswehr, NATO und EU-Militär raus aus Somalia, Kenia und Dschibouti! Afghanistan: Kriegsverbrechen am Hindukusch Mit wachsender Beteiligung deutscher Soldat_innen eskalieren die NATO-Staaten seit 2001 den Krieg um Afghanistan. Tausende Afghan_innen haben durch diesen Krieg ihr Leben verloren, die Opferzahlen sind Jahr für Jahr stetig angestiegen. Inzwischen wurde der Krieg auch auf Pakistan ausgeweitet, wo u.a. das US-Militär „gezielte Tötungen“ von verdächtigen mit Drohnen durchführt. Längst hat die zunehmende Zahl von Vergewaltigungen und Selbsttötungen von Frauen die Propaganda Lügen gestraft, dieser Krieg hätte irgendetwas mit Frauenbefreiung zu tun. Bisheriger blutiger Höhepunkt der deutschen Kriegsbeteiligung war das Massaker von Kundus, bei dem mindestens 142 Menschen auf Befehl des deutschen Oberst Klein ermordet wurden. Während die deutsche Regierung Lügen verbreitet, um die Tatsache zu verschleiern, dass ein deutscher Offizier zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg die Ermordung von über hundert Menschen befohlen hat, geht Guttenberg noch einen Schritt weiter: Er versucht, die Öffentlichkeit auf einen „echten“ Krieg einzuschwören, bei dem die Mörder in Uniform volle Rückendeckung und Schutz vor Strafverfolgung genießen. Für die Zeit nach dem Abzug der eigenen Truppen arbeiten die NATO-Staaten daran, Afghanistan zu einem autoritären pro-westlichen Militärstaat unter der Führung des Wahlfälschers Karsai und einer Riege gekaufter Warlords aufzurüsten, wofür die EU-Mission „EUPOL“ mit 25%iger deutscher Beteiligung afghanische Polizei ausbildet. Die NATO-Staaten führen in Afghanistan Krieg um die Kontrolle über ein verarmtes Land, wo 61% der Bevölkerung unterernährt sind. Ein Land, in dem gleichzeitig für investierende westliche Konzerne durch neoliberale Wirtschaftsreformen im Rahmen der Besatzung eine der laut Bundesamt für Außenwirtschaft „offensten Volkswirtschaften überhaupt“ durchgesetzt wurde. Ziel der NATO-Staaten ist es dabei, sich durch Truppenpräsenz und Unterstützung loyaler Regimes einen strategischen Vorteil bei der Kontrolle über Rohstoffe und Transportwege in Zentralasien zu sichern. Bundeswehr und NATO-Truppen raus aus Afghanistan! Kriegsverbrecher bestrafen! Repressive Befriedung und innere Militarisierung Auch wenn der markante Anstieg des Welthungers und die Zuspitzung militärischer Konfrontationen zweifellos die dramatischten Folgen der Krise des kapitalistischen Systems sind, verschlechtern sich auch innerhalb der westlichen Industriestaaten die Lebensverhältnisse großer Teile der Bevölkerung. Während viele Linke noch über den epochalen Strukturbruch nachdachten und die (vermeintliche) Legitimationskrise des neoliberalen Kapitalismus als automatische Konsequenz des ökonomischen Einbruchs sahen, gelang es der politischen Klasse durch umfassende keynesianistische Staatsintervention, die realen Folgen des Absturzes abzufedern und zu verzögern. Nirgends in Europa außer im peripheren Griechenland kam es zur erhofften Revolte gegen den in die Krise geratenen Kapitalismus. Heute wird deutlich, dass ökonomische Krise und politische Krise
nicht deckungsgleich sind: Während der Kapitalismus seine ökonomische
Krise größtenteils selbst produziert, sind wir ganz und gar alleine
dafür verantwortlich, eine politische Krise auszulösen, die
Perspektiven auf ein besseres Ganzes eröffnet. Bundeswehr raus aus Schulen, Unis und Arbeitsämtern! Ausnahmezustände und entgrenzte Kriege Aber die Militärstrategen sind bei ihren Planungen der Realität wie immer einen Schritt voraus: Im NATO-Papier Urban Operations 2020 skizziert eine hochkarätige Arbeitsgruppe aus sieben NATO-Staaten den Krieg der Zukunft als urbanen Krieg, in dem die Bebauung, Infrastruktur und Bevölkerungsdichte traditionelle Taktiken an ihre Grenzen stoßen lassen. Es geht nicht mehr in erster Linie um den Kampf gegen eine feindliche Armee, sondern um „asymmetrische Bedrohungen“, Aufstände und Chaos in der Ära unübersichtlicher Megacities mit ausgeprägten sozialen Konflikten. Ziel ist nicht mehr die einmalige Eroberung einer feindlichen Stadt durch hohe Feuerkraft, sondern die langfristige Kontrolle des Territoriums und der Bevölkerung durch die Besetzung neuralgischer Punkte, den Einsatz „nicht-tödlicher Waffen“, die Schaffung von Informationshegemonie, zivil-militärische Zusammenarbeit, „Präzisionsluftschläge“ und die Isolation einzelner Knotenpunkte der „feindlichen Kräfte“. Dass solche Strategien im „Heimatschutz“ potentiell genauso anwendbar sind wie in eroberten Ländern, belegen Parallelen zwischen dem „Zivilschutz“ in New Orleans nach dem Hurrican Catherina und den „urban operations“ der US-Armee in Bagdad. Berlin ist nicht Badgad, aber der Fluchtpunkt der NATO-Strategie ist die Auflösung des Unterschieds zwischen militärischen und polizeilichen Aktionen und damit des Unterschieds zwischen Krieg nach außen und Krieg nach innen. Soldaten sollen im Falle eines krisenbedingten Ausnahmezustands in den „eigenen“ Städten ebenso eingesetzt werden können wie in denen besetzter Länder. Umgekehrt ist der Einsatz von Polizisten der NATO-Staaten in den eroberten Protektoraten schon gängige Praxis. In der gegenwärtigen Situation erhält der Euphemismus der „Krisenreaktionskräfte“ als Bezeichnung für die schnelle Eingreiftruppe der NATO also einen neuen Beigeschmack: Die Krise ist jetzt auch in den Staaten des globalen Nordens Realität, die krisenbedingten Konflikte werden sich verschärfen und die Herrschenden bereiten sich darauf vor, den Status quo durch den Einsatz aller Mittel zu verteidigen – ihr Repertoire reicht von der ideologischen Berieselung über zunehmend repressive institutionelle Armuts- und Erwerbslosigkeitsverwaltung und polizeiliche Repression bis hin zur militärischen Kontrolle sozialer Brennpunkte im eigenen Land. Kein ruhiges Hinterland! Urban struggles statt Urban Operations! Die Krise des Bestehenden produzieren: Soziale Rechte erkämpfen! In den nächsten Jahren werde die Milliarden, mit denen die Banken
vor dem Kollaps bewahrt und die Überproduktionskrise der Autoindustrie
kaschiert wurden, u.a. an jenen öffentlichen Dienstleistungen
eingespart werden, die unsere Städte lebenswert machen: Schwimmbäder,
Stadtbibliotheken, Jugendzentren und Kindergärten werden geschlossen
werden; der öffentliche Nahverkehr wird noch unerschwinglicher. Schulen
und Unis werden von Sparmaßnahmen ebenso betroffen sein. Zugleich wird
das fallendes Lohnniveau der breiten Bevölkerung und die Einfrierung
der Arbeitslosengeldsätze Vieles für Viele unerschwinglich werden
lassen. Jene Tendenzen, die wir alle bereits kennen, werden sich noch
verschärfen: Die Aufschickung der beliebten Stadtviertel; die
Vertreibung derer, die der Yuppiesierung entgegenwirken, der Sprayer,
die die schicken Fassade zutaggen, der Armen, die ihr Bier auf der
Parkbank trinken, weil sie sich die Kneipe nicht leisten können, der
Migrantenfamilien, denen das Geld für eine renovierte Altbauwohnung
fehlt, oder alter Menschen, deren magere Rente kaum zum Überleben und
erst recht nicht für die steigenden Mieten reicht. Aber auch die
unmittelbarsten Auswirkungen der Krise, die Entlassungen und
Werksschließungen finden nicht irgendwo, sondern konkret in unseren
Städten statt. Quelle schließt in Nürnberg, Infineon hat in München
entlassen, Karstadtfilialen machen überall dicht. Wir grüßen mit unserem Protest gegen die NATO-Kriegskonferenz die Berliner Genossen, die zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, weil ihnen Aktionen gegen Bundeswehrlogistik und Kriegsgerät vorgeworfen werden. Freiheit für Axel, Florian und Oliver! In diesem Sinne: Auf nach München! Wie jedes Jahr wird es in München am Protestwochenende ein Convergence Center geben: Kafe Marat, ehem. Tröpferlbad, Thalkirchnerstr. 104, 2. Aufgang U3/U6 Goetheplatz
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 19. Januar 2010 um 21:25 Uhr |



Vom
5. bis 7. Februar treffen bei der „Sicherheitskonferenz“ in München die
Verteidigungsminister der NATO-Staaten, die Generäle und
Rüstungslobbyisten zusammen, um ihren tödlichen Geschäften nachzugehen.
Auch dieses Jahr werden wir massenhaft auf die Straße gehen: Gegen
Krieg, Krise und Kapitalismus!