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| Castor-Reisebericht aus Oberschwaben |
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| Samstag, 13. November 2010 um 17:17 Uhr |
In der Bretagne in Frankreich in Gallien lebten in einem
kleinen fiktiven Küstendorf um das Jahr 50 v. Chr. die bekannten
widerspenstigen Comicfiguren Asterix und Obelix. Einen ähnlichen Ruf hat im Jetzt das Wendland
und der Protest gegen das Zwischenlager Gorleben, bzw. die Proteste gegen die
Castortransporte.
Den Castor-Transport zu blockieren und zu verhindern, dazu riefen die unterschiedlichsten Initiativen von "X-tausendmalquer", verschiedenste Bürgerinitiativen, die „Bäuerliche Notgemeinschaft", "Ausgestrahlt" und auch die Kampagne „Castor? Schottern!“ auf. Das Konzept der Kampagne „Castor? Schottern!“, also das massenhafte Entfernen der Schottersteine aus dem Gleisbett war neu und offensiv. Am Freitag abend fanden wir uns daher im Camp Köhlingen wieder. Rund um die Castorstrecke gab es mehrere Camps in denen sich die AktivistInnen sammelten, um gemeinsam zu schottern. Positiv aufgefallen ist sofort die professionelle organisatorische Camp-Struktur mit den vielen großen durchnummerierten Zelten und großen Strohschlafflächen, ebenso wie die Begrüßung an der Feuertonne am Eingang. Am Samstag machten wir uns auf den Weg zur Kundgebung gegen
den Castortransport in Dannenberg. Durch Am Abend gab es im Camp verschiedene Plenas, in denen die Hände und Finger zugeordnet, Schutz- und Schottergruppen organisiert wurden. Ein Lob an die Moderationen, die mit viel Erfahrung
und Fingerspitzengefühl die Organisation des nächsten Morgens mitorganisierten.
Wir wollten am nächsten Morgen mit dem mobilen Finger los. 5.00 Uhr morgens war der Start für ca. 1500 Schotterer, die in vier Fingern aus dem Camp starteten. Die Finger aus dem Camp laufen zu sehen, war erstmal sehr beeindruckend. Unser mobiler Autokonvoi mit ca.80 Autos und 360 AktivistInnen hatte das Ziel, möglichst nah mit den Fahrzeugen an die Bahnstrecke heranzukommen. Die Polizei sperrte aber recht schnell die Abfahrtswege. Nach einem Plenum wurde entschieden, ebenfalls zu Fuß die Schienen zu erreichen. So ging es schnell über Äcker und durch Wälder auf kürzestem Weg zu den Schienen, begleitet von Bereitschaftspolizei die leicht gereizt und agressiv war. Von einer Anhöhe aus erreichten wir über eine weitläufige Ebene unser erstes Schotterziel, an dem die Bereitschaftspolizei in größeren Trupps uns bereits erwartete. Die auf uns vorbereitete Polizei unterband mit Pfefferspray und Tonfas aggressiv jeden Versuch, die Schienen zu erreichen. Ein Aktivist erlitt dabei Platzwunden am Kopf und sah furchterregend aus, mit dem weissen Overall, der bis zur Hüfte rot blutig war. Nach mehreren Versuchen mit mäßigem Erfolg zum Schottern zu kommen wurde sich zurückgezogen und eine Pause eingelegt. Beeindruckend war, wie für die geschafften Schotterer warme Getränke und Fritz-Cola herangeschafft wurde. Es war klar, dass an dieser Stelle die Polizei mit zu starken
Kräften vor Ort ist und so wurde im Plenum beschlossen, den anderen Fingern
entgegen zu gehen. Im Wald und ohn
Die anschließenden Straßen-Trecker-Blockaden der Bauern blockierten die Nachschub- und Versorgungswege der Polizei. Am Sonntag Abend gab es kein Durchkommen. Selbst Waldwege waren durch gefällte Bäume oft unpassierbar. Laut einer Pressemitteilung sprach die Kampagne „Castor Schottern“ von ca. 950 Personen mit Augenverletzungen, 16 Fingerbrüche, diversen Platzwunden und mindestens zwei Schwerverletzten. Es ist schön zu hören, wenn die Bundeskanzlerin vom „Castor Schottern“ spricht und ein Zeichen dafür, dass der Widerstand gegen die Atompolitik in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Der politische und finanzielle Preis ist an die Schmerzgrenze nach oben geschoben worden. Atomausstieg ist Handarbeit Und beim nächsten mal bist auch Du dabei!!!!!
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| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 14. November 2010 um 09:29 Uhr |



In der Bretagne in Frankreich in Gallien lebten in einem
kleinen fiktiven Küstendorf um das Jahr 50 v. Chr. die bekannten
widerspenstigen Comicfiguren Asterix und Obelix.
die Polizei waren viele Zufahrtswege
schon am frühen Morgen gesperrt, so war es nicht ganz einfach, die
Kundgebung zu erreichen. Bei der Kundgebung protestierten ca. 50 000
AtomkraftgegnerInnen gegen den Castor-Transport ins niedersächsische Wendland.
Beeindruckend waren die ca. 600 Traktoren, die zu der Kundgebung aus der Region
sowie aus angrenzenden Gebieten Niedersachsens und Schleswig-Holstein angerollt
kamen. Die angereiste Politik-Prominenz der Grünen versuchte die Kundgebung
politisch für sich auszuschlachten, obwohl sie sich in ihrer Regierungszeit distanziert zu den Castor-Protesten verhielten. So musste sich Trittin dann auch
nicht wundern, nicht überall begeistert empfangen zu werden. Aus einem Zelt
heraus wurde versucht die Straße nach Gorleben zu untertunneln. Leider scheiterte
der Versuch frühzeitig, durch Einschreiten der Ordnungshüter.
e Polizei fanden die Späher einen fast
verlassenen Bahnabschnitt, der beste Bedingungen zum Schottern bot. Zwei
vereinzelte Polizisten zogen sich sehr schnell zurück und es gelang,
ungestört über eine Strecke von 150 m tiefe Löcher zu buddeln. Die heranstürmende
Polizei konnte auf den Gleisen von den Schutzgruppen noch eine Zeit auf Abstand
gehalten werden. dann folgte ein kontrollierter Rückzug in den Wald.
Bewährt hat sich das Konzept der Pressebegleitung bei den
Fingern, das sicher einiges dazu beigetragen hat, dass die Meldungen zum Castor
Schottern fast durchwegs positiv ausfielen.
