12. Juni Krisendemo in Stuttgart
Das bundesweite Bündnis: "Wir zahlen nicht für eure Krise" mobilisiert für den 12.Juni zu bundesweiten Demos nach Stuttgart und Berlin. Siehe Aufruf unten. Ver.di mobilisiert ebenfalls für den 12.Juni nach Stuttgart unter dem Motto: "Egal wo: Gewerkschaften solidarisch gegen Lohnklau und Sozialabbau." - Wir sind Griechen (PDF-Dokument zum Ausdrucken und weiterverbreiten)
Aufruf des Bündnisses: Wir zahlen nicht für eure Krise
Lediglich eine Woche hat es gedauert, bis die Bundesregierung 500
Mrd. (Bürgschaften, Kredite, Finanzhilfen) für die Banken mobilisiert
hat. Eineinhalb Jahre später knallen bei vielen Hedgefonds schon wieder
die Champagnerkorken, werden wieder Milliarden-Boni ausgezahlt, sonnt
sich die Deutsche Bank in Riesengewinnen und wird massiv gegen
Griechenland spekuliert. Kein einziges Gesetz zur Regulierung des
Finanzsektors, zur Schließung von Steueroasen oder dem Verbot von
hochriskanten Finanzspekulationen wurde verabschiedet. Die Verluste
wurden sozialisiert, und die Gewinne können wieder privat angehäuft
werden. Die nächste Spekulationsblase baut sich bereits auf.
Wer zahlt die Zeche?
Gleichzeitig müssen Millionen Menschen damit rechnen, dass die größte
Finanz- und Wirtschaftskrise auf ihrem Rücken ausgetragen wird.
Zahlreiche Betriebe sind von Insolvenz bedroht. Viele Beschäftigte
wissen nicht, ob ihr Arbeitsplatz nach dem Auslaufen der Kurzarbeit
noch bestehen wird. Die Ausbildungsstellen gehen massiv zurück, und
noch weniger Auszubildende werden übernommen. Die Zahl der im
Niedriglohn-Sektor Beschäftigten nimmt dramatisch zu, ebenso prekäre
Arbeitsverhältnisse. Eine wachsende Zahl von Beschäftigten kann von
ihrem Lohn nicht mehr leben. Die Hoffnung der Erwerbslosen auf einen
Arbeitsplatz wird weiter zerstört – dagegen werden sie von Westerwelle,
Sarrazin & Co. zu den Sündenböcken der Misere gemacht.
Privater Reichtum und öffentliche Armut – Kommunen verarmen
Fast drei Jahrzehnte lang wurde über die Steuerpolitik massiv zu
Gunsten der Reichen, Vermögenden und Kapitalbesitzer umverteilt,
während die Belastung der Beschäftigten und Rentner/innen gewachsen
ist. Leidtragende sind auch die öffentlichen Haushalte, insbesondere
die Kommunen. Ihre Einnahmen gehen in der Krise drastisch zurück. Viele
Kommunen reagieren auf die Steuereinbrüche und ihre finanzielle Misere
mit Personalabbau, Gebührenerhöhung und Abbau der öffentlichen
Daseinsvorsorge, zu Lasten der Bürger/innen und der Beschäftigten.
Dabei sind die Mängel in der Bildung, im Gesundheitswesen, im sozialen
Bereich und in der Ökologie unübersehbar. Wir brauchen mehr Geld für
Bildung, Soziales und Ökologie und eine deutlich bessere
Finanzausstattung der Kommunen.
Schwarz/Gelb gibt den Reichen – und schlägt auf die Gesundheit
Die Politik von Schwarz/Gelb verteilt weiter um, zu Gunsten der Reichen
und Erben. Das Wirtschaftsbeschleunigungsgesetz entzieht den Kommunen
weitere 1,6 Mrd. Euro. Die Verursacher der Krise bleiben verschont, und
für die Zeit nach der NRW-Wahl wird schon jetzt eine Sparpolitik zu
Lasten der Mehrheit der Bevölkerung angekündigt. Die Bundesregierung
plant eine Gesundheitsreform, bei der ausschließlich die Beschäftigten
und Versicherten zu Kasse gebeten werden. Die Kapitalseite wird
verschont. Mit der Einführung
der Kopfpauschale würde der Manager den gleichen Krankenkassenbeitrag
bezahlen wie die Putzfrau. Das wäre die Zerschlagung der Reste des
Solidarprinzips im Gesundheitswesen – so wie schon mit der
Pflegeversicherung geschehen.
Nicht auf unserem Rücken!
Die Folgen der Krise sollen wir tragen – und gleichzeitig mit einer
Verschlechterung unserer Arbeits- und Lebensbedingungen den Aufschwung
bezahlen. Die kapitalistische Profitlogik und die massive Umverteilung
von Unten nach Oben, die eine wesentliche Ursache für die Krise sind,
sollen auch die Basis für den erhofften Aufschwung bilden. Die
Wirtschaftsverbände in Deutschland setzen weiter auf die Eroberung der
Exportmärkte durch Lohn- und Sozialdumping, zu Lasten der Beschäftigten
hier und in den anderen Ländern. Im Verbund mit der Bundesregierung
versuchen sie auch allen anderen EU-Ländern einen rabiaten Lohn- und
Sozialabbau aufzuzwingen. Wir sind mit unserer Losung „Wir zahlen nicht
für eure Krise“ Teil eines europaweiten sozialen Widerstands. Die
deutsche Regierung verstärkt den Druck auf andere europäische Länder in
einer Politik von Verarmung und Wiederbelebung des Neoliberalismus.
Dieses Modell geht nicht nur zu Lasten der Menschen, sondern auch der
Ökologie und des Klimas. Längst hat sich die Finanz- und
Wirtschaftskrise mit der Ökologie- und Klimakrise verschränkt, Kriege
werden
verstärkt. Eine Fortsetzung dieses „Modells“ ist nicht im Interesse der Mehrheit der Menschen.
Jetzt auf die Straße gehen!
Gemeinsam können wir uns dagegen organisieren: in den Betrieben, vor
den Arbeitsagenturen, an den Unis und Schulen und auf der Straße. Wir
wollen Gegenwehr gegen die Politik von Schwarz/Gelb, gegen
Arbeitsplatzvernichtung, Sozialabbau und Umweltzerstörung stärken. Wir
wehren uns gegen Entsolidarisierung und Spaltung – gemeinsam können wir
eine Bewegung aufbauen!
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