2010 Konzept zur Veranstaltungsreihe: "Handreichungen zum Klassenkampf 2.0 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: jim knopf   
Sonntag, 17. Januar 2010 um 00:00 Uhr

Handreichungen zum Klassenkampf 2.0 (AT)

 nächster Treffen: Do 04.03.2010 um 19 Uhr im Kulturladen Rhizom

Konzept der Veranstaltungsreihe:

 

Gleich einer Katze auf Samtpfoten schleichend, aber mit scharfen Krallen zwingt der Neoliberalismus dem Menschen und der Gesellschaft sein Korsett von Normen, Werten und Disziplinierungs-maßnahmen auf.  Ähnlich einer Katze vor dem Mauseloch wirkt der neoliberale Hegemoniediskurs auf unser Leben, durchdringt den letzten Winkel unseres Privaten, lähmt unsere Bewegungsfähigkeit und schränkt Freiräume ein.

Einerseits sind da die neoliberalen Predigten von Selbstverantwortung, Leistungsbereitschaft, der Sorge um sich (und niemand anderen), die begleitet werden von der Bedrohung an ihnen zu scheitern und dafür auch noch individuell verantwortlich gemacht zu werden (Zitat Müntefering: „Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen“). Dies bedeutet sich umfassend vermarkt- und verwertbar zu machen und geht einher mit der existenziellen Bedrohung aus sozialen Zusammenhängen rauszufallen.

Zudem wirkt die Neuorganisation der Arbeitsformen der „hochtechnologischen Produktionsweise“ die auch im Alltag Geschmack, Gewohnheiten, Denkweisen und Gefühle erneuert. Antonio Gramsci spricht deswegen auch von der „Lebensweise“, die entsprechend der Produktionsweise ständig erneuert werden muss. Wurde früher von der ArbeiterInnenklasse gesprochen, so ist diese heute in eine Vielzahl unterschiedlicher Submilieus zersplittert.

Doch während die Veränderungen der Produktionsweise im globalen wie im lokalen Rahmen hochgradig dynamisch und effizient verlaufen, scheinen breite Soziale Bewegungen, wie sie noch im letzten Jahrhundert den gesellschaftlichen Diskurs prägten (68er, Anti-AKW, Häuserbewegung usw.) der Vergangenheit anzugehören. Doch wo liegen die neuen Anlaufpunkte der Politisierung und Organisierung?

Heute stellt sich mehr denn je die Frage, wie wir in gesellschaftliche Prozesse und Milieus eingreifen  können und in welchen Formen Protest erfolgreich sein kann. Denn die Auswirkungen der Krise sind noch nicht absehbar, aber es ist mit weiteren massiven Verschlechterungen im sozialen Sicherungssystem, z.B. in den Bereichen Gesundheit, Rente, Pflege,  Erwerbslosigkeit und bei der Privatisierung zu rechnen.

Soziale, ökologische und global gerechte Antworten auf die Folgen der Krise sind von der neuen Regierung erst recht nicht zu erwarten.

Mit der Veranstaltungsreihe soll den Fragen nachgegangen werden, wo und wie der Neoliberalismus unser Leben reglementiert, wie aus Normen Normalität entsteht, die dann doch nicht normal für alle sind.  Wir wollen Antworten suchen, wie Einfluss auf „Lebensweisen“  genommen werden kann um Kämpfe gegen Privatisierung, den Angriff auf die sozialen Sicherungssysteme, den Klimawandel zu stärken. Neben der Organisation der Abwehrkämpfe sollen aber auch Alternativen eines selbstbestimmten Lebens und der Aneignung aufgezeigt werden.

Wir wollen zu den einzelnen Themen Referenten einladen und in einem folgenden Workshop die Themen vertiefen, diskutieren und praktisch machen.  Als Zeitraum schwebt uns ca. März bis Juli 2010 vor, mit jeweils einer monatlichen Veranstaltung. Jeweils eine Woche nach der Veranstaltung soll dann der Workshop stattfinden, in dem die Veranstaltung diskutiert und ausgewertet werden soll.

 

 

 

(Geplanter) Verlauf der Veranstaltungsreihe:

 

 

Veranstaltung ( Arbeitstitel )

Referenten (angefragt)

Workshop (Idee)

1

Neoliberalistische Durchdringung und Normierung des Privaten

 Christina Kaindl

Kreativer Straßenprotest -Straßentheater

2

Kapital und Angst - Geschichte der Arbeitsgesellschaft

 

SEARI - Hannover

in Planung

3

Arbeitsprozesse im 21. Jahrhundert – wirkliche und scheinbare (Selbst-) Organisation und Regulierung

 

Lars Meyer

i.P.

4

Formen der Aneignung

 


i.P.

5

Alternative Lebensweisen - Kommunen und Lebensgemeinschaften, alternative Lebensformen

 

Finkhof

i.P.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 04. März 2010 um 23:10 Uhr