Veranstaltungsreihe zu Nationalsozialismus und Neofaschismus PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 05. Juli 2005 um 00:00 Uhr

Veranstaltungsreihe zu Nationalsozialismus und Neofaschismus

Die derzeitige Debatte um Nationalsozialismus und Neofaschismus ist auch an uns nicht spurlos vorbeigezogen.
60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der militärischen Zerschlagung des Nationalsozialismus vollzieht sich ein subtiler Wandel der öffentlichen Erinnerungs- und Gedächtniskultur. Gleichzeitig wird nach der Rechtsextremismusdebatte des Sommers 2000, allerorts "Der Aufstand der Anständigen" wieder ausgerufen.
Der neuentfachte Streit unter Parteipolitikern um die Ursachen ist eine Debatte um das eigene Profil zu schärfen, die eigentlichen Mißstände und Verantwortlichkeiten auszublenden. Stattdessen ist nach Stoiber die SPD mit der hohen Arbeitslosigkeit schuld am Erstarken der Rechtsextremen, während der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering die Schuld am Aufstieg der Nazis den Wählern gibt.
Seit Jahren verfolgen die Rechtsextremen ihre Strategie der "kulturellen Hegemonie", erobern die Straße, die Jugendclubs und die Schulen, vor allem in den neuen Bundesländern. Diese Debatte findet sich nicht im Rampenlicht der Medien und Politiker wieder. Die Bekämpfung von Rechtsextremismus beschränkt sich stattdessen auf Verbotsforderungen der NPD und Einschränkung des Demonstrationsrechtes. Davon betroffen wären nach dem Vorschlag von Schily vom letzten Jahr alle die dem "Ansehen der Bundesrepublik Deutschland schaden" würden. Sozusagen ein Gesinnungs-TÜV.

Dies ist für uns Anlass und Grund von April bis Juni eine umfangreiche Veranstaltungs- und Bildungsreihe zu Nationalsozialismus und Neofaschismus durchzuführen. Dazu haben wir uns verschiedene Schwerpunkte gesetzt:

60 Jahre Befreiung vom Faschismus:

    - Lesung, Referate und Diskussionen mit Zeitzeugen.
    - Widerstand im Nationalsozialismus.
    - Bezug zur regionalen damaligen und heutigen Situation im Bodenseekreis.
    - Wir zeigen Filme zur Deportation und dem Widerstand im Nationalsozialismus.
Wir wollen eine linke antifaschistische Sichtweise über die damaligen Geschehnisse in den Vordergrund stellen und Kritik an der aktuellen Geschichts- und Gedächtnispolitik üben.

Veranstaltungen zur aktuellen Situation von Neofaschismus regional und überregional:
    - Allg. Überblick zur Geschichte, aktuellen Situation und Inhalten und Facetten der Extremen Rechten in Deutschland und im Bodenseeraum


Mobilisierungen mit praktischem Bezug:

    - 7. Mai 2005 Gedenkfeier am KZ-Friedhof Birnau
    Die Gedenkfeier wird jährlich von der VVN-BdA Ravensburg/Oberschwaben am zweiten Wochenende im Mai auf dem KZ-Friedhof Birnau durchgeführt.
    Samstag: 09:00 Int. Kongress 17:00 Gedenkfeier
    - 14. Mai 2005 (Pfingsten) Angreifbare Traditionspflege
    Seit 1952 konnten auf alljährlichen Pfingsttreffen des 'Kameradenkreises der Gebirgstruppe' in Mittenwald und Umgebung Veteranen der faschistischen Wehrmacht und aktive Bundeswehrangehörige ungestört gemeinsame Traditionspflege betreiben und ihrer Toten aus beiden Weltkriegen gedenken.
    Mehr Infos unter:
    Kein Krieg oder Angreifbare Traditionspflege
    Kriegsverbrechen? Endlich weg damit!
    - Eventuell ein Stadtrundgang durch Ravensburg zu historischen Stätten des Nationalsozialismus.

     

Den Abschluß soll ein Seminar / Workshop bilden: Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung, bzw. wie kann praktische antifaschistische Arbeit aussehen.

Vorläufiges Programm zur Veranstaltungsreihe:
11.04. - 23.04.

Ausstellung "Neofaschismus in der Bundesrepublik Deutschland"
der VVN-BdA ( Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes ).
Im Winter 2001 war die Ausstellung bereits Bestandteil einer erfolgreichen Kampagne gegen Neofaschismus. Ravensburger BürgerInnen und Schulklassen besichtigten die Ausstellung und ließen Bilder und Textbeschreibungen auf sich wirken. Die überarbeitete und erweiterte Fassung ist nun im Kulturladen Karacho zu besichtigen. Informationen zur Ausstellung
Die Ausstellung ist zu den normalen Öffnungszeiten zu besichtigen ( Mo-Fr. von 13-18 Uhr und Sa von 10-14 Uhr zu besichtigen.
Für Schulklassen und Gruppen bieten wir in Absprache Sondertermine zur Besichtigung an. Kontakt zu den Ladenöffnungszeiten unter der Telnr: 0751/3525597 oder via e-mail an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. .'; document.write( '' ); document.write( addy_text39522 ); document.write( '<\/a>' ); //-->\n Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

 

14.04

Veranstaltung: "Aktuelle Debatte um Neofaschismus - 60 Jahre Befreiung vom Faschismus" mit VVN-BdA Bundes- und Landessprecher Werner Pfennig.
Die Ausstellung zu "Neofaschismus in der Bundesrepublik Deutschland" eröffnen wir mit einem Beitrag von Werner Pfennig.
60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der militärischen Zerschlagung des Nationalsozialismus vollzieht sich ein subtiler Wandel der öffentlichen Erinnerungs- und Gedächtniskultur. Es wird fleißig an der Verwischung des Unterschiedes von Tätern und Opfern gearbeitet und die Parlamentsfraktion der NPD in Sachsen prangert öffentlich und dreist im Parlament den "Bomben-Holocaust" am eigenen Volk an.
Gleichzeitig wird nach der Rechtsextremismusdebatte des Sommers 2000, allerorts "Der Aufstand der Anständigen" wieder ausgerufen. Sich den Neonazis in der Weg stellen und Zivilcourage zeigen, wird von der Staatsmacht allerdings mit Repression und Prügelorgien belohnt.
In den Debatten der Parteipolitiker werden möglichst die eigentlichen Missstände und Verantwortlichkeiten ausgeblendet. Nach Stoiber ist die SPD mit der hohen Arbeitslosigkeit schuld am Erstarken der Rechtsextremen, während der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering die Schuld am Aufstieg der Nazis den Wählern gibt. Das Demonstrationsrecht wird weiter verschärft und Bundeskanzler Schröder will ein Verbot der vom Verfassungsschutz unterwanderten NPD überprüfen lassen.
In seinem Vortrag wird sich Werner Pfennig mit den Phänomenen deutscher Geschichtsverarbeitung und der aktuellen Neofaschismusdebatte beschäftigen.
Donnerstag 20 Uhr Im Kulturladen Karacho, Bachstr.27, 88214 Ravensburg

 

19.04.

Dokumentationsfilm: "KZ-Buchenwald".
Buchenwald war eines der größten nationalsozialistischen Konzentrationslager auf deutschem Boden im Dritten Reich. Seit den Anfängen 1937 wuchs die Zahl der Gefangenen in Buchenwald stark an. Mitte Februar 1945 waren es fast 114.000 Häftlinge. Insgesamt durchliefen rund 239.000 Menschen Buchenwald und seine Nebenstellen. Es waren dies zunächst vor allem politische Gefangene, später auch in großer Zahl Juden. 43.045 Häftlinge starben, aufgrund unmenschlicher Haftbedingungen oder durch Erschießungen wie die ca. 8.000 sowjetischen Kriegsgefangenen.
Dienstag: 20 Uhr, Kulturladen Karacho, Bachstr.27 88214 Ravensburg.

 

29.04.

Mobilisierungsveranstaltung: "Angreifbare Traditionspflege" in Mittenwald ( Pfingsten ).

Seit 48 Jahren lädt der Kameradenkreis der Gebirgsjäger zum Gedenken am "Ehrenmal" der Gebirgsjäger am Hohen Brendten ein, um dort mit mehreren tausend Teilnehmern "ihrer" Toten aus zwei Weltkriegen zu gedenken.
In den vergangenen beiden Jahren wurde öffentlich und breiter nach Mittenwald mobilisiert: Gegen den Skandal eines Tätergedenkens, an dem sich nicht nur die noch lebenden Täter, sondern auch die Bundeswehr beteiligte.
Im Vortrag wird auf die Verbrechen der Gebirgsjäger eingegangen und es gibt einen Bericht und Bilder von den Protesten im letzten Jahr. Und wir rufen dazu auf gemeinsam zum Campen und protestieren an Pfingsten nach Mittenwald zu fahren.
Mehr Infos unter: Kein Krieg oder Angreifbare Traditionspflege
Freitag 20 Uhr Kulturladen Karacho - Bachstr.27 - 88214 Ravensburg.

 

01.05-31.05.

Ausstellung: "Frauen im Nationalsozialismus".
Die allgemeine Geschichtsforschung kümmerte sich nach 1945 wenig um den Themenkomplex Frauen und ihre Rolle im Nationalsozialismus. Die Ausstellung trägt daher den Titel "Gegen das Vergessen".
Die Bildtafeln behandeln u.a. die Themen "Frauen und Mädchen im Nationalsozialismus", "Frauen in Konzentrationslagern", "Frauen in der roten Armee", "Jüdischer Widerstand" und es wird auch auf die Ravensburger Geschichte im Nationalsozialismus eingegangen.
im Kulturladen Karacho, Bachstr.27 88214 Ravensburg.

 

03.05.

Dienstag: Film "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland". Als Gast ist Alois Thoma ( VVN-BdA und regionaler Zeitzeuge ) eingeladen.
Der Dokumentationsfilm von Lea Rosh und Eberhard Jäckel "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" beschäftigt sich mit der Deportation der Juden im Nationalsozialismus. Vor dem Mord war immer die Deportation - wie sind die Juden in Amsterdam oder Wien nach Auschwitz gekommen. Wer hat geholfen, wer sich verweigert. Es gab viele Gesellen in aller Länder die mitmachten - der Meister war aus Deutschland.
Gegen das Vergessen: Alois Thoma 78jähriger aktiver Antifaschist und Mitglied der VVN-BdA erinnert sich wie er den Nationalsozialismus in Oberschwaben erlebt hat. Anschließend ist Zeit für Fragen und eine offene Diskussion.
Dienstag: 20 Uhr, Kulturladen Karacho, Bachstr.27 88214 Ravensburg.

 

07.05.

Gedenkfeier am KZ-Friedhof Birnau.
Die Gedenkfeier wird jährlich von der VVN-BdA Ravensburg/Oberschwaben am zweiten Wochenende im Mai auf dem KZ-Friedhof Birnau durchgeführt.
Samstag: 09:00 Int. Kongress 17:00 Gedenkfeier

 

10.05.

Filmabend: PartisanInnen im Piemonte Antifaschistischer Widerstand in Nordwestitalien.
Eine der bedeutendsten Auseinandersetzungen der deutschen Wehrmacht mit Partisanen und Partisaninnen fand von 1943 bis 1945 in der nordwestitalienischen Provinz Piemont statt. Den Verbänden von Wehrmacht, SS und italienischen Faschisten standen bis zu 40.000 bewaffnete Partisanen und Partisaninnen gegenüber. Die deutschen Versorgungs- und Rückzugswege wurden von den Einheiten "Garibaldi" emfindlich gestört. Die Deutschen schlugen mit unmenschlicher Härte zurück.
Im Video kommen ehemalige Partisanen und Partisaninnen sowie Menschen aus dem Widerstand der Provinzhauptstadt Turin zu Wort. Sie erzählen von der Zusammenarbeit der kämpfenden Formationen und der Arbeiterinnen und Arbeiter in der Stadt, bis zur Selbstbefreiung in Turin im April 1945. Der Film berichtet auch von der Situation der deutschen Besatzung in Italien ab 1943 und von den Massakern der Deutschen im Piemont.
Der Film gibt Einblick in ein Kapitel deutscher Besatzungsgeschichte, das bis heute in Deutschland kaum bekannt ist.
Dienstag: 20 Uhr, Kulturladen, Bachstr.27 88214 Ravensburg.

 

13.05.

Vera Hemm liest aus Ihrem Buch: "Im Zeichen der roten Nelke" und erzählt aus Ihrem Leben.
Vera Hemm (geb. 1935) hat in einer Doppelbiographie das Leben ihrer Mutter und ihr eigenes aufgeschrieben. Es ist die Chronik einer nicht ganz alltäglichen Konstanzer Familie, in deren Mittelpunkt zwei politisch engagierte kämpferische Frauen im 20.Jahrhundert stehen. 80 Jahre Konstanzer Leben ziehen vorbei: Weltwirtschaftskrise, Faschismus, Krieg, Wiederaufbau, kalter Krieg, 1968, Gewerkschafts- Frauen- und Friedensbewegung. Vera und ihre Mutter Johanna mischten sich ein und gestalteten mit.
Freitag 20 Uhr Kulturladen, Bachstr.27 88214 Ravensburg.

19.05.

Ideologien und Strukturen neonazistischer Organisationen.
Bundesweit existieren eine ganze Reihe von rechten bis neonazisitschen Parteien, Vereinen, Bünden, Kameradschaften und anderen Organisationen. Welche Ideologien vertreten diese Organisationen und wie ist das rechte Netzwerk organisiert?
In den letzten Jahren gab es immer wieder rechtsextremistische Übergriffe, Blood & Honour-Konzerte und rechte Mobilisierungen im Bodenseeraum und Oberschwaben. Wie sieht die regionale rechte Organisierung aus, welche Strukturen gibt es?
Als Referent ist der aktive Antifaschist und Autor Robert Andreasch eingeladen.
Donnerstag: 20 Uhr, Kulturladen Karacho, Bachstr.27 88214 Ravensburg.

 

26.05.

Dokumentationsfilm: Skinhead Attitüde Frankreich / Schweiz 2004,
"Skinhead Attitude" ist die erste Darstellung der 40-jährigen Geschichte der Skinhead-Bewegung von ihren linksradikalen Anfängen bis hin zur rechtsradikalen Ausrichtung. Die Dokumentation schildert auch die jüngsten Umwandlungs- und Radikalisierungsprozesse dieser Jugend-Subkultur.

Donnerstag: 20 Uhr, Kulturladen Karacho, Bachstr.27 88214 Ravensburg.

 

05.06.

Seminar / Workshop zu Neofaschismus.
Ziel des Seminares/Workshop`s zum Ende der Veranstaltungsreihe ist es, den Brückenschlag von Theorie, Diskussion und Praxis herzustellen.
Wir werden versuchen die Veranstaltungsreihe aufzuarbeiten, offenen Fragen in Diskussionen nachzugehen und mit Kurzreferaten die Thematiken zu vertiefen.
Schwerpunkte des Seminars
Als Referent ist bisher der aktive Antifaschist und Autor Robert Andreasch geladen. Robert Andreasch hat sich in der Vergangenheit tiefgreifend mit der Thematik Neofaschismus beschäftigt und war als Referent des öfteren schon unser Gast.
Ansprechen wollen wir mit dem Seminar Lehrer, SchülerInnen, Jugendgruppen, Pädagogen sowie Gruppen und Einzelpersonen, die sich mit dieser Thematik bereits auseinandersetzen oder deren Interesse geweckt ist.
Das Seminar findet im Kulturladen Karacho, Bachstr.27 88214 Ravensburg um 11 Uhr statt. Meldet euch bitte rechtzeitig an, da wir die Teilnehmerinnenzahl auf ca. 25-30 Personen beschränken müssen. Kontaktiert uns via e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 07. Januar 2010 um 23:50 Uhr